Nürnberg: Schöner Brunnen

Nürnberg: Schöner Brunnen (Franken, Bayern, Deutschland) – Der Schöne Brunnen gehört als eine der Sehenswürdigkeiten der Stadt Nürnberg zur Historischen Meile Nürnbergs. 1396 erbaut, steht er am Rand des Hauptmarkts neben dem Nürnberger Rathaus. Der Schöne Brunnen ist rund 19 Meter hoch und hat die Form einer fialengeschmückten gotischen Kirchturmspitze. Der Schöne Brunnen wurde 1385 bis 1396 von Heinrich Beheim erbaut; nach Andern (Quellen) von den Gebrüdern Georg und Fritz Rupprecht in Gemeinschaft mit Sebald Schonhofer errichtet.

Geodaten (GoogleMaps): 49° 27′ 15.2″ N – 11° 04′ 37.3″ O

Legenden

Der Messingring (neben einem weiteren, eisernen), der nahtlos in das eiserne Gitter eingeschmiedet ist, hat auch eine Legende (im Bild oben berührt eine Frau am Brunnengitter den Messingring):

Der Meister Kuhn, der das Gitter um den Brunnen gebaut hat, hatte eine Tochter namens Margret, die von seinem Lehrling umworben wurde. Da er aber sein Kind nicht einem armen Burschen geben wollte, verbot er diese Werbung und warf ihn hinaus. Es soll so etwas gesagt haben wie: „Daraus wird ein für allem nichts! So wenig wird etwas daraus, wie du es fertig bringst, dass die Ringe am Brunnengitter sich drehen können!“ Der Meister ging daraufhin auf Reisen und der Lehrling wollte beweisen, dass er etwas konnte und stellte den Ring heimlich her. Dann schnitt er ihn auf, fügte ihn ins Gitter ein, lötete, hämmerte und feilte so lange, bis man keine Nahtstelle mehr sehen konnte. Dann verließ er die Stadt und kam nie zurück. Als der Meister nun wieder nach Hause kam, sah er ein, dass er zu streng gewesen war. Er bedauerte den Rauswurf und hätte den geschickten Lehrbuben gerne wiedergehabt und ihm auch seine Tochter gegeben, aber es war zu spät und die Margret weinte sich die Augen aus. Einer der Ringe gilt als Glücksbringer. Einer Sage nach wird mit Kindersegen bedacht, wer daran dreht. Meist wird der Messingring für den Glücksbringer gehalten, aber viele Nürnberger glauben, der Eisenring sei der „echte Ring“ und damit der Glücksbringer.

Einer weiteren Legende nach sei die Skulptur des Brunnens tatsächlich als Spitze des Turms der Frauenkirche (oben rechts neben dem Brunnen im Bild) in Auftrag gegeben worden, dies sei jedoch mangels Hebemöglichkeit verworfen worden. Die Frauenkirche wurde allerdings bereits 1358 geweiht. Die Legende konnte sich offenbar auch deshalb verbreiten, weil Beheim vor dem Bau des Brunnens tatsächlich einen Teil der Vorhalle in der Frauenkirche gestaltet hatte und auch die zeichnerischen Entwürfe für die Ausstattung der Frauenkirche gedacht waren. Der Brunnen würde auch von den Maßen auf die Spitze der Kirche passen. Genaues weiß man nicht.

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